phonologische Bewusstheit fördern - so lernen Kinder reimen - von Wilmas Material

Phonologische Bewusstheit fördern: So lernen Kinder reimen

„Maus, Haus, Laus!“ Wenn Kinder anfangen, mit Wörtern zu spielen und Reime aneinanderzureihen, klingt das nach purem Vergnügen. Und das ist es auch. Gleichzeitig passiert dabei etwas pädagogisch Wertvolles: Die Kinder trainieren ihre phonologische Bewusstheit. In diesem Beitrag erfährst Du, was das genau ist, warum sie so wichtig ist und wie Du das Reimen im Kita- und Vorschulalltag ganz nebenbei förderst.

Was ist phonologische Bewusstheit?

Phonologische Bewusstheit ist die Fähigkeit, die Lautstruktur von Sprache wahrzunehmen, unabhängig von der Bedeutung der Wörter. Ein Kind mit guter phonologischer Bewusstheit hört zum Beispiel heraus, dass sich Maus und Haus am Ende gleich anhören, dass Banane aus drei Silben besteht oder dass Sonne mit dem Laut „S“ beginnt.

Man unterscheidet dabei zwei Ebenen. Die phonologische Bewusstheit im weiteren Sinn umfasst größere Einheiten wie Reime und Silben. Die phonologische Bewusstheit im engeren Sinn meint das Erkennen einzelner Laute, also Anlaute und einzelne Phoneme. Das Reimen gehört zur ersten Ebene und ist für viele Kinder der leichte, freudvolle Einstieg.

Warum ist sie für Kinder so wichtig?

Die phonologische Bewusstheit gilt als eine der wichtigsten Vorläuferfähigkeiten für den Schriftspracherwerb. Der Grund ist einfach: Wer lesen und schreiben lernt, muss verstehen, dass sich gesprochene Sprache in einzelne Laute zerlegen lässt und dass diese Laute mit Buchstaben verknüpft sind.

Kinder, die vor der Schule sicher reimen, Silben klatschen und Anlaute heraushören, tun sich beim Lesen- und Schreibenlernen deshalb oft leichter. Reimen ist damit weit mehr als ein Zeitvertreib. Es ist frühe, wirksame Sprachförderung, die sich für die Kinder wie ein Spiel anfühlt.

Wann lernen Kinder reimen?

Jedes Kind entwickelt sich in seinem Tempo, doch es gibt eine grobe Reihenfolge:

  • Ab etwa 3 Jahren haben viele Kinder Freude an Reimen, an Fingerspielen und an rhythmischer Sprache. Sie erkennen erste Reime wieder, auch wenn sie noch nicht selbst reimen.
  • Mit 4 bis 5 Jahren hören immer mehr Kinder aktiv heraus, ob sich zwei Wörter reimen, und beginnen, eigene Reime zu bilden.
  • Im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung wird das gezielte Üben besonders wertvoll, weil es unmittelbar auf das Lesenlernen vorbereitet.

Wichtig: Es geht nicht um Leistung. Kein Kind muss zu einem bestimmten Zeitpunkt „fertig“ reimen können. Es geht darum, immer wieder Gelegenheiten anzubieten.

So förderst Du das Reimen im Alltag

Reime lassen sich fast überall unterbringen, ganz ohne Vorbereitung:

Reime in den Tagesablauf holen. Beim Anziehen, beim Aufräumen, beim Händewaschen: Kleine Reime und Quatschverse begleiten viele Situationen und bleiben leicht im Ohr.

Reimbücher und Lieder nutzen. Bilderbücher in Reimform, Abzählverse und Lieder trainieren das Ohr fürs Reimen ganz natürlich. Kinder lieben es, wenn Du kurz vor dem Reimwort stoppst und sie es ergänzen lässt.

Mit Bildern arbeiten. Sobald Kinder ein Wort sehen und benennen, können sie leichter nach dem passenden Reim suchen. Bildkarten machen das Reimen greifbar und eignen sich auch wunderbar für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache.

Vom Leichten zum Schweren. Beginne damit, Reimpaare gemeinsam zu sprechen. Später ordnet das Kind Paare selbst zu, und zum Schluss erfindet es eigene Reime.

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Manche Kinder kommen leichter über eine Geschichte ins Reimen. In meiner Mitmachgeschichte hilft der kleine Reimgeist Rudi den Kindern, seine verlorenen Reime wiederzufinden, ein schöner und ruhiger Einstieg vor dem Spielen mit den Karten.

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Der kleine Reimgeist Rudi sucht seine verlorenen Reime, ein schöner Einstieg vor dem Spielen.

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Häufige Fragen zur phonologischen Bewusstheit

Was ist phonologische Bewusstheit einfach erklärt?

Die Fähigkeit, den Klang von Sprache wahrzunehmen: also Reime, Silben und einzelne Laute zu erkennen, unabhängig von der Bedeutung der Wörter, nennt man phonologische Bewusstheit.

Warum ist phonologische Bewusstheit wichtig?

Sie gilt als zentrale Vorläuferfähigkeit für das Lesen- und Schreibenlernen. Kinder, die vor der Schule gut reimen und Laute heraushören, starten oft leichter in den Schriftspracherwerb.

Wie kann ich die phonologische Bewusstheit fördern?

Mit Reimen, Silbenklatschen, Abzählversen, Reimliedern und Bildkarten. Am besten regelmäßig, spielerisch und ohne Leistungsdruck.

Ab welchem Alter sollten Kinder reimen können?

Erste Reime erkennen viele Kinder ab etwa 3 Jahren, aktiv reimen die meisten mit 4 bis 5 Jahren. Jedes Kind hat dabei sein eigenes Tempo.


Von Susanne Bohne, Wilmas Material. Ich wünsche Dir und Deinen Kindern viel Freude beim Reimen.

Susanne Bohne, Autorin und Illustratorin von Wilma Wochenwurm

Hallo, ich bin Susanne 🐛

Ich bin Autorin und Illustratorin, Mama einer Tochter und habe eine ziemlich außergewöhnliche Freundin: Wilma Wochenwurm. Gemeinsam mit ihr erzähle ich Geschichten und gestalte liebevolles Material für Kita, Kindergarten, Vorschule und Grundschule.

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